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Ich hab Liebeskummer – Tipps gegen den Trennungsschmerz

Was tun gegen Liebeskummer

Wir können tatsächlich auch einiges dafür tun, dass der Liebeskummer schneller wieder aufhört und wir es auch schaffen, unseren Ex besser loszulassen. Die folgenden Tipps sollen dir dabei helfen, den Trennungsschmerz besser zu verkraften, den Liebeskummer zu überstehen und nach vorne zu schauen.

Nimm dir Zeit, um deine verlorene Liebe zu trauern.
Eine Trennung ist etwas wirklich Schlimmes und der Trennungsschmerz und Liebeskummer ist durchaus vergleichbar mit der Trauer um einen verstorbenen Menschen. Deshalb nimm dir bitte die Zeit zu trauern. Und ja: Du darfst weinen, so viel du willst. Das befreit und ist erwiesenermaßen gut für die Seele. Also lass dir nicht – niemals – von irgendwem reinreden, wann es genug zu sein hat mit dem Trauern.

Lass deine Gefühle zu – und raus!
Lass deine Gefühle zu und verdränge sie nicht. Mit den Gefühlen ist das nämlich so eine Sache: Sie gehen nicht weg, nur weil wir das wollen. Im Gegenteil. Erst, wenn wir uns ihnen öffnen und wir sie beachten, erst dann ziehen sie weiter und lassen uns – zumindest für einen Augenblick – in Ruhe.

Eine Möglichkeit hierfür ist das Tagebuch-Schreiben. Tagebuch-Schreiben ist Psychohygiene pur. Auf diese Weise kannst du alles rauslassen, was dich belastet, und durch das Schreiben kannst du auch mit einer etwas anderen Perspektive auf die Situation schauen. Und wenn sowieso im Kopf (und im Herzen!) alles drunter und drüber geht, dann kann dir das Tagebuch-Schreiben helfen, einfach mal wieder deine Gedanken und dein Gefühlschaos zu sortieren. Unbedingt empfehlenswert!

Du kannst deine Gefühle, deine Trauer, deine Wut oder deine Fragen auch in einem Brief an deinen Ex-Partner formulieren. Schreib ihm doch einfach mal, was du schon immer mal sagen wolltest. Wirf ihm alles an den Kopf oder bettel um seine Liebe. Lass raus, was gerade in dir ist. Wichtig, wichtig, wichtig ist aber: Dieser Brief ist nicht für deinen Ex, sondern für dich. Deshalb schick ihn bloß nicht weg! Ich selbst habe mir damals übrigens eine extra Mailadresse für meinen Ex-Partner eingerichtet und habe regelmäßig meine Mails ins Nirwana geschickt.

Reden hilft
Es hilft uns ungemein, die Trennung zu verarbeiten, wenn wir jemanden haben, mit dem wir über unsere Gefühle und Gedanken sprechen können. Nicht nur, weil wir damit unseren Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen können, sondern auch, weil wir auf Verständnis und Zuspruch treffen. Und es ist sehr wohltuend, wenn da jemand ist, der uns tröstet und gut zuspricht.

Kein Kontakt
Kein Kontakt. Das ist der Erfolgsgarant für deine Liebeskummer-Heilung. Puh, das klingt hart, ich weiß. Ich finde das auch keineswegs einfach …

Aber vielleicht hast du dir ja weiter oben durchgelesen, was ich über die körperlichen Veränderungen bei Liebeskummer geschrieben habe und dass sich bei uns quasi dasselbe abspielt wie bei Drogensüchtigen, die auf Entzug sind. Und das erklärt doch einiges, oder?

Mit jedem Mal, wenn du deinen Ex triffst oder mit ihm sprichst oder ihn sogar nur über Facebook oder sonstige soziale Medien kontaktierst, fällst du wieder zurück in deine Sucht, in deine Liebe. Und mit jedem einzelnen Mal tut es wieder weh. Wenn du also so schnell wie möglich und so wenig schmerzhaft wie möglich durch die Trennungszeit kommen willst, dann werd von heute auf morgen abstinent, clean, trocken – und vermeide komplett den Kontakt zu deinem Ex-Partner.

Übrigens gibt es da mittlerweile sogar technische Möglichkeiten, wie du dich daran hindern kannst, ihn anzurufen oder via Facebook zu stalken :-). Wenn du da anfällig bist, dann schau dir doch mal die App “Ex lover blocker” an. Wenn du auf die Idee kommen solltest, deinen Ex anzurufen, dann blockiert diese App deinen Anruf und leitet ihn stattdessen zu einer Nummer deiner Wahl weiter (z.B. von deiner Mutter, deinem besten Kumpel oder deiner Schwester).

Eine besonders schwierige – aber gar nicht so seltene – Situation kann entstehen, wenn dein Ex-Partner gleichzeitig ein Kollege ist und ihr den gleichen Arbeitgeber habt. Aber auch hier ist es sehr wichtig, deutlich den Kontakt zu vermeiden. Das lässt sich bei der Arbeit zwar nie hundertprozentig ausschließen, dass ihr euch über den Weg lauft, aber du kannst schon auch etwas dafür tun, damit ihr so wenig wie möglich aufeinander treffen müsst.

Und auch dein Ex-Partner kann einiges dafür tun. Er oder sie muss aber erstmal wissen, dass es dir wichtig ist, dass jetzt mal eine Zeit lang Funkstille angesagt ist. Deshalb ist am wichtigsten: Teile deinem Ex mit, dass du die Trennung verarbeiten musst und dafür Zeit brauchst. Und dass es dir in dieser Zeit vor allem auch hilft, wenn ihr so wenig Kontakt habt, wie möglich. Sag deinem Ex-Partner, dass du ihm oder ihr deshalb jetzt aus dem Weg gehen wirst. Dass er dich nicht kontaktieren soll und bitte ebenfalls darauf achten soll, dass ihr auch beruflich so wenig miteinander zu tun habt, wie möglich.

Was kannst du noch tun?

Du kennst die Routinen – wie z.B. die Pausenzeiten – deines Ex-Partners sicherlich ganz gut. Mach ganz bewusst zu einer anderen Zeit Pause oder Feierabend (sodass ihr euch nicht auch auf dem Heimweg begegnen müsst).

Bitte eingeweihte Kollegen, kleinere Aufgaben für dich zu übernehmen, bei denen du mit deinem Ex zusammenarbeiten müsstest. Du kannst im Gegenzug ja auch Aufgaben übernehmen, die deinem Kollegen nicht ganz angenehm sind.

Ihr begegnet euch ständig auf dem Flur, in der Teeküche, beim Kopierer und es lässt sich nicht vermeiden, dass ihr euch über den Weg lauft? Dann sag höflich „Hallo“ und geh einfach weiter, wenn du ihm oder ihr begegnest. Ihr müsst jetzt kein Gespräch führen, nur weil ihr euch über den Weg lauft. Versuch, ihn oder sie da genauso zu behandeln, wie jeden anderen Kollegen, mit dem du nicht viel zu tun hast. Ich weiß, das ist schwierig und vielleicht auch erstmal unangenehm – aber es hilft dir, loszulassen.

Ich habe mal gehört, dass es bei den Anonymen Alkoholikern heißt, dass sie sich nicht vornehmen sollen, niemals wieder Alkohol zu trinken, weil es schnell überfordernd ist. Stattdessen sollen sie sich jeden Tag vornehmen, nur heute keinen Alkohol zu trinken, und sich immer wieder sagen: „Heute nicht – vielleicht morgen“.

Vielleicht ist es ein guter Ansatz, von diesem erfolgreichen System zu lernen. Sag dir nicht, dass du ihn oder sie NIE WIEDER sprechen oder sehen darfst. Dass es NIE WIEDER Kontakt geben darf. Dass ihr NIE WIEDER miteinander umgehen könnt. Nimm dir vor, es heute nicht zu tun – vielleicht morgen. Und diesen Vorsatz jeden Tag aufs Neue umzusetzen.

Achte deinen Körper!
Essen, trinken, schlafen. Das braucht dein Körper, um überhaupt zu funktionieren. Auch jetzt. Oder sogar gerade jetzt, wo er besonders viel Kraft braucht, um dein gebrochenes Herz zu heilen. Und auch, wenn dir so gar nicht nach Essen zumute ist und an Schlaf kaum zu denken ist. Aber genauso, wie deine Psyche Einfluss darauf hat, wie es deinem Körper geht (man denke an die Auswirkungen des Liebeskummers auf deinen Körper), hat auch dein Körper Einfluss auf deine Psyche. Wenn du nichts isst, dann fehlt deinem Körper Energie, die er nun mal braucht, um das ganze System „Körper“ am Laufen zu halten. Und wenn deinem Körper Energie fehlt, dann fühlst du dich antriebslos, schwach und müde – das trägt nicht gerade dazu bei, dass es dir besser geht.

Genauso ist es mit dem Schlaf. Wenn wir nicht schlafen können, macht uns das krank. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch hat Schlafentzug Folgen – wir sind aggressiv, mies gelaunt, gereizt.

Also, was hilft?

Wenn du nichts essen kannst vor Kummer:
Bitte versuch zumindest immer mal wieder kleine Mahlzeiten oder Snacks zu dir zu nehmen. Vielleicht schaffst du es, wenn ich dir hier ein bisschen Hoffnung machen kann. Es gibt nämlich auch richtige „Liebeskummer“-Ernährung: Essen, das sich positiv auf deine Stimmung auswirkt, weil es z. B. die Produktion von Serotonin (Glückshormon) ankurbelt oder viel Magnesium hat (Nervennahrung). Also, probier’s doch mal mit Bananen, Nüssen, Ananas, Avocado, Tomaten, Vollkornprodukten oder Geflügel – und klar, auch Schokolade (vor allem die ganz dunkle) ist ein Glücklichmacher 😉

Wenn du nichts essen kannst, weil es dir zu schlecht geht, dann versuch zumindest, etwas zu trinken, was viel Energie hat. Einen Smoothie zum Beispiel, Milchshakes, Kakao oder heiße Schokolade. Ja genau, größtenteils ungesund, aber Hauptsache etwas! Es geht darum, dass du dir und deinem Körper möglichst auch die Energie zuführst, die er braucht.

Wenn du nicht schlafen kannst vor Kummer:
Wenn wir nicht ein- oder durchschlafen können, dann liegt das vor allem daran, dass wir ins Grübeln kommen und unsere Gedanken die ganze Zeit um unseren Ex-Partner kreisen. Und das ist leider etwas, was wir mit unserer Willenskraft nur wenig beeinflussen können.

Das Problem ist oftmals, dass wir uns den kompletten Tag mit allerhand Dingen ablenken können und bloß versuchen, jeden belastenden Gedanken beiseitezuschieben. Und erst abends, wenn wir im Bett liegen und es still um uns herum ist, dann kommen die Gedanken hervor. Klar, irgendwann müssen sie ja mal raus.

Wenn das bei dir auch ein Problem ist, dann versuch es doch mal damit, dass du deinen Sorgen und Grübeleien schon vorher – im Laufe des Tages – Raum gibst. Das kann wirklich sehr befreiend sein.

Das kannst du machen, indem du in dein Tagebuch schreibst. Oder du kannst es mal mit dem Grübelstuhl probieren. Diese Methode haben wir hier schon in einem anderen Beitrag beschrieben: Eine Methode um aus endlosen Grübeleien auszusteigen.

Wenn das nicht hilft und du trotzdem abends keine Ruhe in den Kopf bekommst, dann kannst du aber auch versuchen, ganz gezielt deine Gedanken abzulenken. Vielleicht bist du jemand, der gut beim Lesen einschlafen kann. Dann versuch es doch mal auf diese Weise. Oder aber du hörst dir ein Hörbuch oder Hörspiel an. Es muss ja nichts Aufregendes sein. Aber ein Kinderhörspiel wie die drei ??? oder ein ganz abgedrehtes Hörbuch funktionieren eigentlich immer sehr gut zum Abschalten.

Päppel dein Selbstbewusstsein
Bin ich beziehungsunfähig? Habe ich alles falsch gemacht? Bin ich zu langweilig? Nicht liebenswert?

So eine Trennung kann uns in unseren Grundfesten erschüttern und uns auch in große Selbstzweifel stürzen lassen. Plötzlich fühlen wir uns ungeliebt, wertlos und verlieren den Glauben an uns selbst. Und das tut richtig weh.

Dabei ist es eine Grundvoraussetzung fürs Glücklichsein, dass wir mit uns selbst im Reinen sind. Dass wir uns mit unseren größeren und kleineren Fehlern annehmen können. Dass wir uns selbst akzeptieren, so wie wir sind – und vielleicht sogar lieben können.

Ich möchte dir hier eine kleine, einfache Übung vorstellen, mit der du nach und nach lernst, dich selbst so anzunehmen, wie du bist. Dabei geht es darum, dass du dir bewusst machst: Du bist in Ordnung, so wie du bist. Egal, welche Macken du hast. Egal, wie du dich fühlst. Egal, was schiefläuft. Egal, was du an deinem Äußeren nicht magst oder für welche Taten du dich schämst: Du bist okay, so wie du bist.

Denk an etwas, was du an dir nicht magst, wofür du dich kritisierst, schämst oder was dich an dir ärgert.
Und jetzt sag dir Folgendes:
„Obwohl … [hier setzt du das ein, was du an dir nicht magst],
bin ich in Ordnung, so wie ich bin.“
Zum Beispiel:

„Obwohl sie sich von mir getrennt hat, bin ich in Ordnung, so wie ich bin.“
„Obwohl ich 3 kg zu viel auf den Rippen habe, bin ich in Ordnung, so wie ich bin.“
„Obwohl ich ihn betrogen habe, bin ich in Ordnung, so wie ich bin.“
Schreib dir den Satz am besten auf einen Zettel oder auf ein Post-it und häng es irgendwohin, wo du regelmäßig darüber stolperst.

Was du damit lernst, ist, dass du immer in Ordnung bist. Auch, wenn du nicht perfekt bist. Auch, wenn du Fehler machst. Auch wenn du etwas an dir nicht magst. Du bist gut, genau so, wie du bist.

Weg mit den Sachen deines Ex
Aus den Augen, aus dem Sinn. Ja, auch das klingt wieder knallhart. Aber je weniger Kram du von deinem Ex-Partner in deiner Wohnung hast, umso einfacher fällt es dir, auch mal an andere Dinge zu denken als an eure Trennung. Ob es das gemeinsame Foto am Kühlschrank ist, ihre Büchersammlung oder sein großer Benjamini – alles, was dich an ihn oder sie erinnert, ist immer wieder ein Stich ins Herz. Solange du immer noch mit deiner Einrichtung eure Beziehung zelebrierst und so tust, als wäre nichts gewesen, verlängerst du einfach nur den Trennungsschmerz. Denn mit jeder Erinnerung tut es wieder weh.

Deshalb bitte ihn oder sie, die eigenen Sachen abzuholen. Zöger das nicht länger heraus als nötig. Du musst nicht dabei sein – vielleicht kannst du jemanden, der dir nahesteht, bitten, für dich so lange die Stellung zu halten.

Und die Dinge, die dir gehören und die dich an ihn erinnern, tust du am besten erstmal weit weg. In eine Karton in den Keller oder auf den Dachboden zum Beispiel. Es ist nicht einfach, diese Dinge wegzuwerfen – und ich persönlich finde, dass das auch gar nicht unbedingt notwendig ist. Denn auch das sind Erinnerungen an eine Lebenszeit, die man sich vielleicht in 5 Jahren und mit ein bisschen mehr Abstand gerne und ohne Schmerz wieder anschaut. Aber jetzt – solange es dir mit der Trennung schlecht geht – müssen sie erstmal aus deinem Blickfeld verschwinden.

Sei gnädig mit dir selbst
Du befindest dich gerade in einem Ausnahmezustand. In einer Art Lebenskrise. Vielleicht siehst du gerade ganz schrecklich aus. Du fühlst dich miserabel. Du bist unkonzentriert und schaffst deine Arbeit nicht. Vieles fällt dir gerade schwer. Vielleicht bist du auch ein bisschen aggressiv und reagierst gereizt auf andere Menschen. Weißt du, was das Schlimme ist? In solchen Situationen geben wir uns selbst ganz gerne auch nochmal eins auf die Mütze. Wir ärgern uns über uns selbst. Wir verurteilen uns dafür, dass wir so unkonzentriert sind. Wir schämen uns dafür, dass die Dinge nicht so laufen, wie sie sollten. Wir erlauben uns nicht, ständig rumzuheulen.

Wenn du dich dabei erwischst, wie du dich und deinen Kummer verurteilst, dann halt in Zukunft mal ganz kurz inne und frage dich:

Was würde ich jetzt tun, wenn meine beste Freundin oder mein bester Freund in dieser Situation wäre? Was würde ich dann sagen oder machen?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Reaktion ganz anders ausfallen würde. Du würdest sie oder ihn trösten. Du würdest ihm oder ihr gut zusprechen. Du würdest sie oder ihn in den Arm nehmen und ermutigen. Du würdest ihm oder ihr alles verzeihen und wärst einfach gnädig.

Und genau so solltest du jetzt auch mit dir selbst umgehen. Wie ein guter Freund. Denn das ist es, was du jetzt brauchst, rund um die Uhr. Jemanden, der gut zu dir ist, und nicht jemanden, der dir noch eins draufgibt, wenn du schon am Boden liegst.

Geh raus!
Es ist okay, wenn du direkt nach der Trennung ein wenig für dich sein möchtest. Was aber nicht mehr in Ordnung ist, ist, wenn du dich vollkommen isolierst. Denn das verstärkt nicht nur deine Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Es hält dich auch von dem fern, was dir guttut: frische Luft, Bewegung, soziale Kontakte und Ablenkung. Deshalb raff dich auf, auch wenn dir so gar nicht danach ist. Zieh deinen inneren Rollladen hoch und verschließ dich nicht dem Leben. Du wirst niemals aus deinem Tief rauskommen, wenn du dich nicht für das Leben öffnest und rausgehst. Nur so gibst du dem Tag die Chance, zu etwas Besserem zu werden als zu einem deprimierenden und niedergeschlagenen Tag im Bett.

Also, geh raus. Wenn es dir lieber ist, auch alleine. Mach ein wenig Sport oder geh zumindest spazieren. Du wirst sehen, das wird dir guttun. Durch Bewegung kannst du deinen Stress abbauen und das Tageslicht erzeugt Serotonin, das sogenannte Glückshormon. Dazu noch Begleitung von einer guten Freundin oder einem guten Freund … das ist ein gesundes und extrem wirkungsvolles Rezept gegen deinen Herzschmerz.

Tu dir etwas Gutes!
Gerade jetzt, in dieser unglaublich schwierigen Lebensphase, ist es sehr wichtig, dass du gut für dich sorgst. Dass du dich selbst glücklich machst. Dass du immer wieder schöne Dinge tust oder in dein Leben einlädst, die dich glücklich machen.

Deshalb überleg doch mal: Was tut dir gut? Was brauchst du gerade? Was macht dir Spaß? Was hast du schon immer gerne getan? Was hast du dir gerne angeschaut? Was schmeckt dir gut? Womit tröstest du dich sonst gerne? Was kannst du so richtig genießen? Was bringt dich zum Lachen?

In der Badewanne entspannen, in den Tierpark gehen, einen Tag am Meer verbringen, das Lieblingsessen kochen (oder sich bekochen lassen), die Musik deiner Lieblingsband ganz laut aufdrehen, einen Mädelsabend machen, mit dem besten Kumpel Billard spielen, bei Youtube ein paar verrückte Videos anschauen, shoppen gehen, das neue Bühnenprogramm deines Lieblingscomedians anschauen, Sprüche und Zitate gegen Liebeskummer lesen, deine Lieblingsserie anschauen, mit deinem kleinen Neffen spielen, in der Sonne einen guten Krimi lesen, …

Egal, was es ist: Wichtig ist, dass du dich stärkst und ganz gezielt für Glücksmomente in deinem Leben sorgst. Dass du gut für dich sorgst und dir selbst das gibst, was du brauchst. Denn auch wenn es dir gerade vielleicht noch nicht so vorkommt: Glück ist eine Entscheidung. Deine Entscheidung. Und du kannst dich jeden Tag aufs Neue dafür entscheiden, glücklich zu sein, indem du die Dinge tust, die dich glücklich machen.

Das Glücks-Mind-Map kann dir hier eine Hilfe sein, wenn du nicht genau weißt, was dich glücklich macht.

Richte den Blick auf die guten Dinge im Leben
Erinnerst du dich noch an die Zeit vor dem Liebeskummer? Da gab es so viele schöne Dinge. Da hast du garantiert an jedem Tag aus irgendeinem Grund gelacht. Da schien irgendwie die Sonne in deinem Leben.

Aber auch, wenn es seit der Trennung irgendwie dunkel und grau ist, gibt es weiterhin die guten Dinge im Leben. Der Unterschied ist nur, dass es dir schwerer fällt, sie auch wirklich zu sehen. Deshalb ist es jetzt ganz besonders wichtig, den Blick auf die positiven Dinge im Leben zu richten und ganz gezielt danach Ausschau zu halten. Das stärkt dich und gibt dir die Kraft, die du jetzt unbedingt brauchst.

Ich möchte dir deshalb unbedingt empfehlen, für 30 Tage (mindestens!) ein Positiv-Journal zu führen. Das heißt, dass du dich an jedem einzelnen Tag hinsetzt und einmal kurz aufschreibst, was es Positives in deinem Leben gab. Am besten machst du das abends – dann kannst du deinen Tag auf diese Weise auch mit etwas Positivem abschließen. Du kannst dafür dein Tagebuch nutzen oder findest hier sonst auch eine Vorlage (aus unserem Lebensfreude-Kurs):

Bitte beantworte an jedem Abend folgende Fragen:

Was war heute gut? Und womit bin ich heute zufrieden?
Worüber habe ich mich gefreut oder worüber habe ich heute gelacht?
Wo habe ich heute Güte, Liebe, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Miteinander oder Schönheit erlebt oder beobachtet?
Wo habe ich heute erreicht, was ich mir vorgenommen habe?

Wichtig ist, dass du da wirklich auch den Blick auf die ganz minikleinen positiven Dinge richtest. Alles zählt. Auch ein Lächeln des Nachbarn. Dass du überhaupt aufgestanden bist. Dass du heute bei der neuen Simpsons-Folge laut loslachen musstest … ganz egal, was es ist: Notiere alles, was irgendwie gut und positiv war.

Falls es wirklich mal einen Tag geben sollte, an dem alles schlimm war und an dem du so gar nichts Gutes finden kannst, dann schau stattdessen in die Vergangenheit: Was ist dir schon Gutes im Leben widerfahren? Wofür bist du dankbar? Welche kleinen und großen Erfolge hattest du schon im Leben? Wo hast du dich mal überwunden? Wie hast du schon mal eine Krise überwunden?

Verabschiede dich vom Idealbild deines Partners
Sobald es zur Trennung kommt, reagieren wir mit Entzugserscheinungen – unseren Hormonen sei Dank. Dazu gehört auch, dass wir unseren Ex-Partner vollkommen idealisieren. Plötzlich ist er der perfekte Mensch. Wir waren das perfekte Paar und keine Liebe so stark wie unsere.

Aber kann es dann wirklich zu einer Trennung kommen?

Gab es nicht vielleicht doch mal Streit? Gab es nicht vielleicht auch Dinge, die an ihm oder ihr nicht so toll waren? Bei denen ihr gar nicht so gut zusammengepasst habt? Vielleicht musstest du dich in gewisser Weise zurücknehmen und aus Rücksicht auf Dinge verzichten, die dir wichtig waren? Vielleicht gab es Dinge, bei denen du dich immer wieder verbiegen musstest?

Du machst dir das Loslassen einfacher, wenn du dir auch die negativen und belastenden Seiten deines Ex-Partners in Erinnerung rufst. Wenn du aufhörst, ihn zu idealisieren, und stattdessen ganz bewusst überlegst: Was hat mir eigentlich NICHT an ihm gefallen?

Vielleicht magst du auch das mal aufschreiben und eine Liste machen von Dingen, die dir nicht an ihm oder ihr gefallen haben und auf die du seinet- oder ihretwegen verzichten musstest.

Frag dich dazu:

Was hat mir an ihm/ihr nicht gefallen?
In welchen Situationen war ich richtig genervt von ihm/ihr?
Worauf musste ich seinet-/ihretwegen verzichten?
Wo musste ich mich verstellen, um ihr/ihm zu gefallen?
Vielleicht fällt es dir schwer, jetzt gleich Antworten zu finden. Deshalb fang einfach mal an, leg dir diese Liste irgendwohin (oder häng sie dir an den Kühlschrank) und immer, wenn dir etwas auffällt, notierst du diesen Punkt auf deiner „Mein-Ex-ist-auch-nicht-perfekt-Liste“. Du wirst schon sehen, da kommt was zusammen!

Lass bewusst los mithilfe eines Loslass-Rituals
Wenn du merkst, dass du langsam weiterkommst und die Trennung ein Stück weit verarbeitet hast, dann kann es dir helfen, dich ganz gezielt von deiner vergangenen Beziehung zu verabschieden. Dabei kann dir ein Ritual helfen, deine vergangene Beziehung und deinen Ex-Partner loszulassen:

Hier ein paar Beispiele für Loslass-Rituale:

Schreibe einen Abschiedsbrief (wie schon in Tipp 2 vorgeschlagen). In diesem Brief kannst du noch einmal alles sagen, was du deinem Ex-Partner sagen möchtest. Verabschiede dich ganz bewusst – das hilft dir, mit der Beziehung abzuschließen. Anschließend verbrennst du den Brief. Oder du faltest ihn zum Schiffchen und setzt es in einem nahegelegenen Gewässer aus. Du kannst den Brief auch schreddern oder ihn im Klo herunterspülen.
Du kannst statt eines Briefes auch ein Foto deines Verflossenen nehmen. Stell es vor dir auf und sprich zu diesem Foto. Sag ihm oder ihr, was du noch zu sagen hast, und dann verabschiede dich ganz bewusst. Wenn du möchtest, kannst du natürlich auch das Foto zerreißen, es begraben, es verbrennen o.Ä.
Wenn dir ein solches Ritual nicht so gut gefällt, dann kannst du dich auch mental ganz bewusst verabschieden. Dazu habe ich hier eine Achtsamkeits-Übung für dich.

Gestalte dein neues Leben
Jetzt ist eine Zeit der Umbrüche. Dein Leben hat sich verändert, so wie auch du dich veränderst. Deshalb ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich zu überlegen, wo die weitere Reise für dich hingehen soll.

Wie soll dein Leben aussehen? Was ist dir wichtig? Was brauchst du, um glücklich zu sein im Leben? Was wolltest du schon immer mal machen? Was wolltest du gerne mal lernen? Welche Wünsche hast du für die Zukunft? Welche Träume schlummern in dir?

Stelle dir ganz bewusst diese Fragen und finde Antworten darauf. Denn erst, wenn du weißt, was du brauchst und was du dir wünschst, kannst du auch gezielt dafür sorgen, dass du genau das auch bekommst.

Falls es dir schwerfällt, diese Fragen zu beantworten, dann schau dir doch mal unser Programm „Finde deinen Kompass“ an. In diesem Selbstlernkurs führen wir dich Schritt für Schritt durch deinen Selbsterkenntnis-Prozess – so, dass du dich, deine Bedürfnisse und Werte besser kennenlernst und ganz klar vor Augen hast, wohin es für dich gehen soll.

Lerne aus deiner vergangenen Beziehung
Die gleiche Zeit, die es dauert, über die Vergangenheit zu trauern,
hat man zur Verfügung, um die Zukunft zu gestalten.

Jedes Ende ist auch ein Neuanfang. Und so ist auch diese Lebenskrise eine Zeit des Wandels. Ein Lebensabschnitt ist zu Ende gegangen – und es fängt ein neuer Lebensabschnitt an – irgendwann auch mit einer neuen Partnerschaft.

Dieser Tipp ist natürlich nichts für die Anfangszeit deines Liebeskummers. Aber sobald du ein wenig loslassen konntest und wieder stabil bist, ist es sehr sinnvoll, ganz bewusst noch einmal kritisch auf die vergangene Beziehung zurückzuschauen und sich mit den Wünschen für die Zukunft zu beschäftigen. Dazu fragst du dich:

Was ist nicht so gut gelaufen in der vergangenen Beziehung?
Was wünsche ich mir anders?
Wo möchte ich mich verändern?
Wie sollte mein zukünftiger Partner sein?
Was brauche ich, um in einer Beziehung glücklich zu sein?
Was kann und möchte ich geben?

Nutze deine Singlezeit, um für dich klar zu bekommen, was du in einer Partnerschaft willst und was du nicht willst. Damit legst du den Grundstein, um deine nächste Beziehung glücklicher und auch erfolgreicher zu gestalten.

Ich wünsche dir alles Liebe!
Liebeskummer ist schlimm und es tut schrecklich weh, wenn unsere Beziehung in die Brüche gegangen ist. Aber ich verspreche dir, dass es mit der Zeit abnehmen wird. Dass du irgendwann wieder lachen kannst. Dass du nach vorne schauen kannst. Und dass dein Leben weitergehen wird.