failed romance

Streiten in der Beziehung

Streit gehört zu jeder noch so gut funktionierenden Beziehung dazu. Egal, wie harmonisch die Zeit generell miteinander ist, es gibt immer wieder diese Momente, in denen man dem Partner an die Gurgel springen möchte. Doch Vorsicht! Ein Streit in der Beziehung sollte immer fair ausgetragen werden. Mit diesen Tipps gelingt das bestimmt

Natürlich verbessert es die Beziehungssituation nicht, wenn wir unserem Partner/unserer Partnerin wirklich an die Gurgel springen. Das ist keine Lösung. Stattdessen müssen wir aus dem pubertären Verhalten lernen, den anderen mit Liebesentzug oder Ignoranz zu bestrafen, und uns weiterentwickeln. Daher gibt es hier nun Tipps, wie Sie Streit in der Beziehung am besten begegnen.

Nicht öffentlich!

Oft laufe ich peinlich berührt durch Einkaufszentren oder Supermärkte, weil wieder ein Paar darüber streitet, wer von beiden bei der letzten Feierlichkeit am Abend vorher zu tief ins Glas geschaut hat. Das ist nicht nur mir, sondern auch allen anderen Umstehenden unangenehm. Keiner sieht gerne Paare streiten. Versuchen Sie, sollte bei Ihnen mal ein Beziehungsstreit in der Öffentlichkeit aufkommen, diesen auf einen ruhigen Moment zu Hause zu verschieben, damit eine Eskalation des Streits vermieden wird und sich die Wogen bis zum Augenblick der Klärung glätten.

Nicht vor den Kindern streiten!

Falls Sie Kinder haben, lassen Sie diese bei Streitereien außen vor. Selbstverständlich sollte auch Kindern im geeigneten Alter klar gemacht werden, dass es normal ist, dass bei Mama und Papa auch mal die Fetzen fliegen, am Ende sich beide aber wieder lieb haben. Ich erinnere mich noch an meine Kindheit, als ich ins Wohnzimmer kam, meine Eltern beim Streiten sah und meine erste Frage war: „Habt ihr euch nicht mehr lieb?“ Ersparen Sie Ihrem Kind diesen Moment.

Nicht verletzen!

Mit Verletzen ist an dieser Stelle keinesfalls das körperliche Verletzen gemeint. Ich selbst habe festgestellt, dass ich Streitigkeiten früher gern dazu benutzt habe, um dem anderen seelisch weh zu tun. Ich wusste einfach, welche Worte fallen mussten, damit der Partner sich schlecht fühlt und dieses Mittel habe ich zu dem Zweck genutzt, mich selbst besser zu fühlen. Bei jedem Tritt unter die Gürtellinie dürfen wir eines nicht vergessen: Die Person, die wir hier gerade vor uns stehen haben, ist auch während des Streits die Person, die wir am meisten lieben, verehren und auch respektieren.

Nicht überfallen!

Der Partner war den ganzen Tag unterwegs und in uns hat sich Wut aufgestaut, die nur darauf wartet rausgelassen zu werden? Der Partner ist kein Druckventil, bei dem mit einem Mal der ganze Frust abgelassen werden kann. Lassen Sie Ihren Streitgegner erst einmal ankommen, begrüßen Sie ihn ganz normal und geben Sie ihm die Möglichkeit, sich zu sammeln, um dann die Diskussion in Ruhe führen zu können.

Nicht Vergangenes heraufbeschwören!

„Wir haben doch erst letzte Woche darüber gesprochen, dass du den Müll runterbringen sollst. Und warum hast du heute nicht auch mal die Wäsche zusammengelegt?“

Vermischen Sie nicht vergangene Streitigkeiten mit dem aktuellen Anliegen. Auch wenn es vielleicht eine Gemeinsamkeit gibt, weil zum Beispiel beides den Haushalt betrifft: Fokussieren Sie sich auf den aktuellen Streit und holen Sie nicht aus. Wer anfängt über die vergangenen Streitigkeiten zu diskutieren, öffnet die Büchse der Pandora und die bekommt man an einem Abend auch nicht so leicht wieder geschlossen. Hinterher erscheint einem der Konflikt wie ein Streit über Grundsätze der Beziehung, obwohl es eigentlich doch nur um eine Trommel Wäsche ging.

Nicht über das Falsche streiten!

Bei jedem Streit sollte man sich fragen, ob der Inhalt des Streits auch der wirkliche Grund für die Unstimmigkeiten ist. Denn nichts ist schwieriger als sich über Kleinigkeiten aufzuregen, obwohl es um das große Ganze geht. Ist die Antwort auf die Frage: „Streiten wir hier gerade über das Richtige?“ also „nein“, so sollten Sie und Ihr Partner noch einmal in sich gehen und nach der wahren Ursache für den Zwist suchen.

Nicht dramatisieren!

Bitte bei Streitigkeiten nicht übertreiben. Bleiben Sie realistisch und nah am Thema, statt aus Mücken Elefanten zu machen. Anders herum, falls sich ein Elefant im Raum befindet, sollten Sie selbstverständlich auch darüber reden. Halten Sie sich daran, Ihre emotionale Ladung zu kontrollieren, so merken Sie auch, dass Ihnen vorsichtiger zugehört wird und eine Lösung des Problems viel schneller in Sicht ist.

Nicht nach 21 Uhr streiten!

Wer kennt es nicht, die Unstimmigkeiten, wenn man abends gemeinsam auf einer Feierlichkeit ist. Wahrscheinlich haben Sie auch den einen oder anderen Sekt intus oder zwei, drei Flaschen Bier geleert. Ob nüchtern oder nicht, abends ist der Verstand nicht mehr fähig, sich auf Streitigkeiten zu fokussieren. Wir fangen an, mehr auf Herz, Bauch und Emotion zu hören und die sprechen oftmals eine andere Sprache, die eine Diskussion auch gern eskalieren lässt. Vereinbaren Sie eine Streitpause und gehen Sie am nächsten Tag ausgeruht und mit klarem Kopf an den Streit. Vergessen Sie dabei nicht den Gute-Nacht-Kuss.

Nicht aufhören zu wachsen!

Haben Sie nach dem Streit das Gefühl, dass sich Ihre Probleme in Luft aufgelöst haben bzw. haben Sie das Gefühl, in den nächsten Streit gefestigt, sicher und erwachsen gehen zu können? Dann herzlichen Glückwunsch! Sie haben aus dem letzten Konflikt gelernt. Wenn nicht, haben Sie eine perfekte Möglichkeit verpasst, an dem Streit zu wachsen und ein höheres Verständnis für sich und den Partner zu erlangen.

Möglicherweise schaffen Sie es mit ein bisschen Zeit, welche Sie nach der Diskussion vergehen lassen, mit Ihrem Partner über die Meinungsverschiedenheit zu sprechen und diese noch einmal zu bewerten.

Am Ende ist es schöner, den Streitigkeiten in der Beziehung auf Augenhöhe zu begegnen und diese aus der Welt zu schaffen, statt sie hinterm Rücken mit Freunden auszudiskutieren oder die folgende Nacht auf zwei getrennten Seiten des Bettes zu verbringen.